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Zuckerfabrik

Geschichte der Zuckerfabrik

1518 erhielt Ondřej Šilhan von Jan von Pernstein die Genehmigung für eine Mühle mit zwei Mühlrädern und einem dritten Zufuhrrad, die ihren Platz am Ende des Damms des großen Teichs in Prosenice hatte; diese Mühle wurde mit Wasser aus dem Teich oder aus dem entlang des Teichs führenden Kanal gespeist. An der Stelle dieser Mühle, welche mehr als 360 Jahre lang in Betrieb war, wurde 1881 die Bauer-Aktien-Zuckerfabrik erbaut.

Bürogebäude der Zuckerfabrik mit der Lokomotive der Schleppbahn – Jahr 1920
Bürogebäude der Zuckerfabrik mit der Lokomotive der Schleppbahn - Jahr 1920

Ihr Bau im Jahre 1881 hatte eine weitgehende Bedeutung für die Gemeinde, insbesondere für die Bauern aus der weiteren Umgebung. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten nämlich die Bauer die Zuckerrübe, die seit dem Ende der 60er Jahre in der Umgebung von Prosenice angebaut wurde, zur Verarbeitung in die deutschen kapitalistischen Zuckerfabriken in Přerov und Lipník liefern. Diese beiden Zuckerfabriken, die von ihren eigenen Großgrundbesitzen genug Zuckerrübe bezogen, zeigten ganz bewusst kein größeres Interesse an den Zuckerrüben der Bauern; sie räumten ihnen keine Vorteile ein und schikanierten die Bauer insbesondere bei der Anlieferung der Rüben. Dies war der Grund dafür, dass die führenden Bauern aus der Region um Lipník beschlossen, die Šebek-Dampfmühle in Malé Prosenice zu kaufen und hier eine Zuckerfabrik zu errichten. Sie konstituierten einen Interimsausschuss zur Aktienzeichnung, zur Verfassung von Satzungen und zur Leitung der Vorbereitungsarbeiten vor dem Bau der Fabrik. Noch im Jahr 1880 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, welche im folgenden Jahr die Zuckerfabrik baute.

Die erste Produktionsperiode, welche wegen einer Verzögerung der Bauarbeiten erst am 3.11.1881 in Angriff genommen werden konnte und infolge des Frostwetters und der damit zusammenhängenden schwierigen Bearbeitung der Zuckerrübe bis zum 5.2.1882 dauerte, endete mit einem großen finanziellen Verlust, weshalb die Zuckerfabrik noch einige Jahre mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die anfänglichen Misserfolge lähmten jedoch das Vertrauen der Aktionäre in die Prosperität des neuen Werkes nicht. Da die weiteren Produktionsperioden dann erfolgreich waren, konnten die technische Ausrüstung des Werkes verbessert und die Produktionskapazitäten erhöht werden. Hierdurch wurde eine höhere Ausbeute von Zucker erzielt und die Produktionskosten wurden vermindert. Die erfolgreiche Entwicklung der Zuckerfabrik führte auch zu einer Erweiterung der Aussaat von Zuckerrüben. Zu ihrem wirtschaftlichen Betrieb kaufte die Zuckerfabrik 1906 noch einen Bauernhof in Sobíšky hinzu, verkaufte ihn jedoch wieder und erwarb bei der Parzellierung des Herrschaftsguts Přerov 1917 zwei Höfe in Tučín und Želatovice. Angesichts der starken Konkurrenz zu den beiden benachbarten Zuckerfabriken machte die Zuckerfabrik eine schwere Anfangsphase durch, bewältigte jedoch dank der Zähigkeit und Opferbereitschaft der Ausschussmitglieder und dank einer guten Leitung alle Schwierigkeiten. Aus dem Konkurrenzkampf ging die Zuckerfabrik in Prosenice schließlich als Sieger hervor, denn die Zuckerfabriken in Přerov und Lipník beendeten ihre Produktion.

Büro der Angestellten der Zuckerfabrik – Jahr 1931
Büro der Angestellten der Zuckerfabrik - Jahr 1931

In ihren Anfängen musste die Zuckerfabrik auch logistische Schwierigkeiten bewältigen, denn sämtliches Material und die Waren mussten mit Pferdefuhrwerken von den nächsten Eisenbahnstellen in Přerov und Lipník herangekarrt werden. Deshalb leitete die Leitung der Zuckerfabrik Verhandlungen mit der Nordbahn über die Errichtung einer Eisenbahnstation im Kataster Malá Prosenice ein. Als Ergebnis der Verhandlungen wurde zuerst im Jahre 1881 eine Haltestelle eingerichtet, im Jahre 1885 wurde sie zu einem Güterbahnhof erweitert und schließlich entstand ein Bahnhof am heutigen Ort. Vom Bahnhof aus, welcher erst 1917 ein öffentlicher Bahnhof wurde, wurde 1910 eine in die Zuckerfabrik führende Schleppbahn errichtet. Die Zuckerfabrik baute ebenfalls die erste Brücke über den Fluss Bečva am Grymov und hatte einen großen Anteil am Bau der Straßen in der weiteren Umgebung.


Gegenwart

Cukrovar Prosenice v roce 2012
Cukrovar Prosenice v roce 2012

Die Zuckerindustrie in Tschechien zeichnet sich nach der Entstehung der selbständigen Tschechischen Republik im Jahr 1993 durch das Vorhandensein von ausländischen Gruppen von Investoren aus, die mit ihrer Investitionspolitik bemüht sind, die Zuckerindustrie in Tschechien zu beherrschen; von den ürsprünglich 58 Zuckerfabriken im Jahr 1990 blieben bis 2008 in Tschechien nur 7 produktionsfähige Zuckerfabriken erhalten. Diesen Tendenzen konnte sich auch die Zuckerfabrik in Prosenice nicht entziehen, was 1996 zur Beendigung der Produktion in der Zuckerfabrik führte.

Vier Jahre nachdem die Zuckerfabrik außer Betrieb war, wurde das Produktionsareal der Zuckerfabrik von der Gesellschaft Hanácká potravinářská společnost s.r.o. gekauft. Nach umfangreichen Investitionen, der Modernisierung der Produktionsanlagen und unter Beteiligung der Landwirte Mittelmährens wurde 2000 die erste Produktionsperiode erfolgreich angefangen. Damit begann die neuzeitliche Geschichte der Zuckerproduktion und die Zuckerfabrik Prosenice blieb in tschechischen Händen.


Hanácká potravinářská společnost s.r.o.

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